Innovation braucht eine Fehlerkultur

Jens-Uwe Meyer und seine Mitarbeiter beraten Firmen bei der Ideenentwicklung und beim Aufbau einer innovativen Unternehmenskultur. In einem Interview der Zeitschrift brand eins (Ausgabe 09/2010) stellte er den Unterschied zwischen nützlichen und überflüssigen Fehlern klar:

Die Führungskräfte haben heute schreckliche Angst, Fehler zu machen. Deshalb planen sie, vereinbaren Teilziele und setzen viele Menschen beim Mailen auf „cc“, damit jeder Schritt im Notfall nachvollziehbar ist und sie abgesichert sind.

Das ist verständlich. Gleichzeitig ist genau das aber ein Problem. Fehler sind nicht gleich Fehler: Während sie im operativen Bereich tatsächlich meist überflüssig sind, sind Irrtümer für innovative Prozesse eine Voraussetzung. Kreativität kann nur dort entstehen, wo Menschen Dinge ausprobieren können, auch auf die Gefahr hin, dass sie nicht funktionieren.

Deswegen müssen Manager zum einen lernen, zwischen operativen Patzern im Alltagsgeschäft und experimentellen Fehlern im Innovationsprozess zu unterscheiden. Zum anderen müssen sie die Angst vor dem Scheitern verlieren. Dies gelingt nur, wenn sie regelrecht üben zu versagen. Ihnen muss gesagt werden:

„Löse eine Aufgabe mit unterschiedlichen Konzepten, fahre sie gegen die Wand und sage anschließend, was du gelernt hast.“ Suche ich eine Führungskraft, die Kreativität fördern soll, muss ich herausfinden, wie sie zum Thema Fehler steht.

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