Ich werde wahnsinnig!

Warum Projektleiter manchmal wahnsinnig werden und was man dagegen tun kann, darum geht es in dieser neuen Folge des Flowcast. Viel Vergnügen beim Zuhören!

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Matthias, ich will mehr solche Tipps und Tricks per E-Mail bekommen !

Kommentare

  1. Michael H. Gerloff meint

    Bis zur Hälfte habe ich aus betroffen-überlasteter Perspektive immer genickt. Dann aber dachte ich: Welcher Personaler kann ggü der GF eine Auslastung 70-85% verkaufen und muß sich nicht anhörenn, daß die Abteilung mind. zu 15% unterlastet ist – schließlich werden sie doch für 100% bezahlt.
    Habe ich das falsch verstanden? Sind die verbleibenden 15% für anderes vorgesehen?
    Vielen Dank im voraus.

  2. meint

    Hallo Herr Gerloff,

    danke für Ihre Frage! Was der Personaler seiner GF erklären sollte, ist folgendes:

    Die Kosten für ein Entwicklungsvorhaben bestehen nicht nur aus Gehältern, sonst wäre 100%ige Auslastung genau das Richtige. Nein, die Gehälter werden bei weitem übertroffen durch die Kosten von Verzögerungen (siehe meinen neuen Blog-Artikel “Wenn der VerZug kommt”, dort liegen diese Kosten im Millarden-Euro-Bereich!).

    Die GF muss versuchen, die Summe(!) aus Gehältern und Verzugskosten zu minimieren. Und da bei 95% Auslastung die Warteschlange noch nicht getaner Arbeit sechsmal so lang ist wie bei 80% Auslastung, sind auch die Verzugskosten sechsmal so hoch. Die GF sollte also ausrechnen, was ein Monat Verzug kostet und was im Vergleich dazu 20% ungenutzte Kapazität des Teams kosten.

    Weiterhin kommt noch dazu: 100% ausgelastete Teams haben eine Reaktionsfähigkeit von Null. Deshalb kann die GF mit so einem Team keine Geschäftschancen ausnutzen, die sich kurzfristig bieten. Das mindert den Umsatz. Je mehr “Luft” im Prozess, desto agiler kann ein Team sein und desto schneller lassen sich spontane Chancen nutzen. Und das bedeutet mehr Geld.

    Übrigens steigt die Zahl von Fehlern, die man beim Entwickeln macht, mehr als linear mit der Zeit, die bis zum nächsten Feedback vergeht. Diese Zeit hängt von der Länge der Warteschlange ab. Da Fehlerbehebung später wiederum Teamkapazität kostet, macht sich auch das umsatzreduzierend bemerkbar.

    Und, um schließlich die Menschen nicht zu vergessen: Im Zeitalter von Fachkräftemangel bedeuten motivierte Mitarbeiter sehr viel! Wenn ein Mitarbeiter seinen hochqualifizierten Freunden erzählt, dass er im Job noch Zeit und Luft hat, etwas wirklich gut und wirklich zu Ende zu machen, werden ihn seine Freunde beneiden und vielleicht auch bei dieser Firma arbeiten wollen.

    Sie sehen: Es gibt n+1 Gründe, warum diese 15-20% Luft einfach toll und sinnvoll sind – ökonomisch wie menschlich.

    Viel Erfolg in der Entwicklung wünsche ich Ihnen!
    Matthias Bohlen

    P.S.: In meiner Flow-Schulung (siehe Menüpunkt oben, “Services/Schulungen”) erzähle ich Führungskräften immer wieder davon. Alle, die bisher dabei waren, haben gestaunt und beschlossen, für ihre Leute diese “Luft” zu spendieren.

  3. Michael H. Gerloff meint

    Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe gerade noch den Artikel “Mitarbeiter hoch auslasten” entdeckt und auf die Leseliste geschoben.

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